Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE)

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Offener Brief an den Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein Westfalen
Herrn Prof. Dr. Andreas Pinkwart vom 8. März 2006:

Sehr geehrter Herr Minister,

niemand kann angesichts des bekannten Schuldenstandes von rund 110 Mrd. Euro ernsthaft den von der „neuen“ Landesregierung eingeleiteten Weg zur Sanierung des unter den Vorgängerregierungen sozialdemokratischer Prägung aus den Ufern gelaufenen Landeshaushalts in Frage stellen. Völlig zu Recht stellt die schwarz-gelbe Landesregierung, mithin auch Ihr Ministerium, derzeit alle finanziellen Leistungen des Landes auf den Prüfstand. Nur so lässt sich mittelfristig wieder Gestaltungs-spielraum im Interesse künftiger Generationen zurückgewinnen.

Dem Interesse kommender Generationen gilt seit 1964 auch die Tätigkeit des Forschungsinstituts für Kinderernährung Dortmund (FKE).
Übergeordnete Ziele der Forschungsarbeit des Instituts sind
– die Förderung von Gesundheit und Entwicklung im Wachstumsalter durch eine verbesserte Ernährung
– sowie die Vorbeugung chronischer Erkrankungen im Erwachsenenalter durch frühzeitigen Beginn eines gesundheitsfördernden Lebensstils,
kurzum: die nachhaltige Verbesserung der Gesundheit der deutschen Bevölkerung.
Forschungsschwerpunkt ist die DONALD-Studie zum Thema „Ernährung, Stoffwechsel, Wachstum und Entwicklung, in die jährlich etwa 40 Säuglinge aufgenommen und bis in das Erwachsenenalter begleitet werden.

Nun gerät diese in Deutschland einzigartige und anerkannte Einrichtung aufgrund der angekündigten Kürzung der Landesmittel um 20 Prozent (220.000 Euro) in eine sehr ernste, das Forschungskonzept offenbar bedrohende Situation:
Wie wir anlässlich eines Gesprächs mit den Spitzenvertretern des FKE, Frau PD Dr. Anja Kroke (stellvertretende Leiterin des Forschungsinstituts), Herrn Dipl.-Kfm. Hans Jaeger (Vorsitzender der Förderergesellschaft für Kinderernährung) und Herrn Wolfdieter Homann (Geschäftsführer der Förderergesellschaft) erfahren durften, unterlag das Institut für Kinderernährung bereits in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Sparzwängen, die in den letzten 10 Jahren zu einer Halbierung des Forschungspersonals geführt hätten. Ein weiterer Personalabbau, bedingt durch die in Aussicht gestellten Mittelkürzungen um 20 Prozent, sei einfach nicht mehr zu kompensieren und gefährde in letzter Konsequenz den Bestand des seit über vierzig Jahren national wie international renommierten Instituts.

Im Zuge unseres Besuches der Forschungseinrichtung konnten wir uns von dem Wert und der Bedeutung des Instituts für den Erkenntnisgewinn, den Wissenstransfer und die Innovationen im Bereich der Ernährungs- und Gesundheitsforschung eindrucksvoll überzeugen. Bevor das Rad der Zeit nicht mehr zurückgedreht werden kann, möchten wir Sie daher inständig bitten, sich vor Ort im Gespräch mit den Vertretern des Forschungsinstituts für Kinderernährung persönlich eine Meinung zu bilden sowie alternative Finanzierungsmöglichkeiten zum Erhalt des Instituts zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen

Claudia Middendorf
stellv. Kreisvorsitzende
Matthias Ulrich
stellv. Kreisvorsitzender

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