Start Kommunalwahl 2012 Eigenbrod: Stellungnahme zu den Ausbauplänen U 41 / U 49

Eigenbrod: Stellungnahme zu den Ausbauplänen U 41 / U 49

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Dr. Jürgen Eigenbrod, bis zur Auflösung Mitglied des Rates der Stadt Dortmund, Ratskandidat der CDU im Kommunalwahlbezirk 27 (Wellinghofen, Benninhofen, Hacheney):

Mit großem Erstaunen verfolgt die CDU die derzeit laut propagierte Wunschliste der SPD bezüglich diverser Streckenverlängerungen der U-Bahnen im Stadtbezirk Hörde. Ratskandidat und ehemaliges Ratsmitglied für Wellinghofen, Benninghofen und Hacheney, Dr. Jürgen Eigenbrod, hat sich zusammen mit der Kreispartei und der ehemaligen Fraktion aus guten Gründen immer gegen einen Weiterbau der U 49 und U 41 ausgesprochen. Die ablehnende Position des Verkehrsvorstandes der DSW 21, Hubert Jung, wird dabei ausdrücklich unterstützt.

Nachdem zunächst unklar war, warum die Landesregierung die Mittel für die U 49 in Wellinghofen so plötzlich beantragte, wird nun deutlich, dass dahinter offenbar eine enge Zusammenarbeit mit der SPD hier in Dortmund steckt.

Abgesehen von einem fehlenden Bedarf ergeben sich bezüglich der U 49 folgende Probleme:

  • Die Streckenführung im letzten Teil bis zum Friedhof Wellinghofen ist völlig unklar. Selbst wenn man die Kirchengemeinde verschont, ist nicht zu sehen, wie eine Trassenführung um den Friedhof herum erfolgen kann. Es bestehen begründete Ängste, dass ein dort ansässiger Friedhofsgärtner seine Existenz verliert, da Teile seines Geländes genutzt werden müssten. Dass der westliche Teil des Friedhofs dann zu einem Parkplatz werden müsste, ist noch ein zusätzlicher pikanter Aspekt!
  • Wenn man bedenkt, dass der Bund normalerweise maximal 60% finanziert, bedeutet der Antrag über 69 Mill. €, dass ein Rest von mindestens 40 Mill. € besteht. Eigenbrod kann sich  nicht vorstellen, dass das Land bei der absehbaren Finanzlage hier in größerem Umfang einsteigen wird, und die Stadt ist zu einer mehr oder weniger großen Eigenfinanzierung genau so wenig in der Lage.

Vielleicht versuchen interessierte Kreise, hier einen großen Druck auf die DSW21 aufzubauen, sich dieses Verlustgeschäft ans Bein zu binden. Dies würde allerdings letztlich wieder auf Kosten der Stadtfinanzen gehen.

Nicht zu vergessen sind auch die jetzt deutlich werdenden großen finanziellen Folgelasten älter werdender U-Bahnstrecken.

Dr. Jürgen Eigenbrod hat deshalb diese Planungen immer als letzten Versuch der Arbeitsplatzsicherung im Stadtbahnbauamt gesehen.

Richtig ist, dass die im Masterplan von 2004 zunächst dargelegten Wunschvorstellungen anschließend auf ihre Realisierbarkeit überprüft wurden. Das Ergebnis rückte dann einige Wünsche zurecht. Während Projekte im sogenannten Topf 1 zügig weiter fortgeführt werden sollten, wurde die Verlängerung der U 49 lediglich dem Topf 2 zugeordnet. Das heißt, die Realisierung ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen, jedoch in den nächsten 20 Jahren äußerst unwahrscheinlich.

Und die U 41 in der Verlängerung bis zur Overgünne? Dieses Projekt fand man nur noch im Topf 3, auf dem letzten Platz, sinngemäß eine Verlagerung in den Papierkorb, ohne Aussicht auf Realisierung!

Warum? Hier die wichtigsten Gründe:

  • Eine Verlängerung bis zur Overgünne geht durch die derzeitige Wendeanlage der U 41 südlich des Clarenberges hindurch. Diese kann dann nicht mehr genutzt werden und müsste für viele Millionen € südlich der Overgünne neu gebaut werden!
  • Eine Endhaltestelle der U – Bahn mit einem größeren Parkplatz zu kombinieren ist verkehrstechnisch sinnvoll. Nun ist aber gerade das Gebiet Overgünne / Kuhweide dicht besiedelt. Sollen hier Häuser abgerissen werden, um einen Parkplatz bauen zu können?
  • Der Verkehrsvorstand der DSW21, Hubert Jung, betonte außerdem, dass es durch  eine Verlängerung der U 41 in Benninghofen praktisch keine Einsparmöglichkeit bei Buslinien geben könne. Angesichts eines derzeitigen jährlichen Defizits des ÖPNV in Dortmund von ca. 60 Millionen € kann daher bei diesem Projekt nun wirklich nicht von Wirtschaftlichkeit gesprochen werden!

Nur wer keine Ahnung von Wirtschaft hat, kann hier frohen Mutes gewaltige Millionensummen hinausschmeißen wollen!

  • Eine „starke Überlastung“ der Endhaltestellen ist als Begründung für einen Ausbau nicht zu gebrauchen. Hacheney hat sehr große Parkbereiche in der Nähe und auch am Clarenberg ist bis auf wenige Großereignisse in der Stadt immer ein Parkplatz zu finden. Und selbst wenn man es annähme, durch eine Streckenerweiterung ist dieses Problem nicht zu lösen, es würde sich nur in einen anderen Bereich verlagern!

Interessant ist aber auch: Während der SPD – Ratskandidat in Wellinghofen gesagt hat, dass eine Verlängerung der U 49 nicht gegen den Willen der Bürger erfolgen kann und daher kein Bedarf für dieses Projekt bestehe, beschließt der Stadtbezirk der SPD, die U 41 und U 49 auszubauen.

Einigkeit sieht anders aus!