Aus Berliner Problemen Konsequenzen ziehen!

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Aus Berliner Problemen Konsequenzen ziehen!

Mittwoch, den 05. April 2006 um 12:28 Uhr

Keine zusätzlichen Integrationshemmnisse aufbauen!

Vor überzogenen Aktionismus in der Diskussion um Gewalt an Schulen im Kontext zur Integration warnt die CDU Dortmund, begrüßt aber die offene Debatte zu der Problematik. Die Union erinnert daran, dass sie es war, die bereits Anfang der 90er Jahre auf Fehlentwicklungen hingewiesen hat und Veränderungen gefordert hat, was damals noch ungehört verhallte.

Die Probleme von Gewalt an Schulen liegen aus Sicht der CDU tiefer, als nur ausschließlich an einer verfehlten Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Gewaltpotentiale gibt es auch unter deutschen Jugendlichen und von daher verfehlt eine verkürzte und populistische Diskussion über notwendige Konsequenzen oftmals den Kern des Problems. Natürlich stellen Sprachdefizite bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ein Hauptproblem im Schulalltag mit all seinen Folgen dar.

Ebenso ist seit Jahren aber auch ein Verfall von Werten und Verhaltensregeln zu beobachten, der unsere Gesellschaft belastet. Eine Gettoisierung von Migranten hat dies noch gefördert und Abgrenzung vor Integration gesetzt. Respekt, Ordnung und Sozialverhalten haben erheblich gelitten und sind auch Ergebnis eines gesellschaftlichen Wandels, der zu unerwünschten Folgen führt. Ebenso beeinflusst die Zunahme von Gewalt in Filmen oder PC – und Videospielen junge Menschen und senkt die Hemmschwelle zur Gewaltbereitschaft.

Die CDU erwartet Null – Toleranz gegenüber gewalttätigen Schülern. Auf die Vorfälle an einer Berliner Hauptschule aber lediglich mit harten Konsequenzen gegen nicht integrationswillige Jugendliche zu reagieren, ist zu wenig.

Die CDU sieht sich inzwischen auch darin bestätigt, dass eine politisch lange Jahre propagierte „Multi – Kulti – Gesellschaft“ eine Utopie ist und an der Realität vorbei geht. Insofern begrüßt die Dortmunder CDU die Maßnahmen der Landesregierung, wenn es um bessere Chancen zur Integration geht.

Noch in diesem Jahr starten u.a. für Kinder ab dem 4. Lebensjahr Maßnahmen zur Sprachförderung, damit bereits bei der Einschulung ausreichende Fertigkeiten in der deutschen Sprache vorhanden sind. Dies gilt für ausländische Kinder wie für deutsche Kinder. Sollte die Sprachfertigkeit bis zur Einschulung nicht ausreichend sein, kann die Einschulung verschoben werden. Diese Maßnahme wurde vor kurzem auch vom Vorstand des Ausländerbeirates der Stadt Dortmund in einer Gesprächsrunde mit der CDU ausdrücklich begrüßt.

Parallel müssen in den neu gestalteten Familienzentren Sprachkurse für Eltern und Großeltern abgehalten werden, damit auch zu Hause noch deutsch gesprochen werden kann.

Für überfällig hält die CDU auch eine breit angelegte Wertedebatte, an der die ganze Vielfalt von Verbänden und Einrichtungen teilnehmen soll.
Aus Sicht der Union gelingt das gesellschaftliche Miteinander nur, wenn der nötige Respekt vor anderen und ein soziales Miteinander von beiden Seiten gelebt wird. Beispielhaft nennt die CDU hierfür das häufig respektlose Verhalten von Schülern mit Migrationhintergrund gegenüber Lehrerinnen.

In der Dortmunder Schullandschaft gibt es gute Beispiele zur Förderung und Integration von Kindern mit Migrationhintergrund. Hierzu ist natürlich eine größere Zahl von Lehrern/Innen und Sozialarbeitern nötig. Es ist von daher zu begrüßen, wenn die NRW Landesregierung noch in diesem Jahr insbesondere für Hauptschulen zusätzliche Lehrer/Innen und Sozialpädagogen einstellt, um die Situation zu entspannen und den Hauptschulen somit bessere Perspektiven gibt.
Die CDU erwartet aber auch, dass man die Eltern nicht aus ihrer Verantwortung entlässt, wenn es um die Erziehung ihrer Kinder geht. Verbesserungen treten nur im Miteinander von Schule, Kindern und Eltern ein. In diesem Zusammenhang begrüßt die CDU die zunehmende Zahl von Maßnahmen einzelner Schulen, wie z.B. Schulverträge zwischen Lehrern, Kindern und Eltern, in denen man sich auf einen gemeinsamen Wertekonsens verständigt, den es einzuhalten gilt.
Die CDU erwartet allerdings auch bei Verstößen gegen Regeln ein konsequentes Vorgehen mit Disziplinarmaßnahmen. Wirkung zeigen diese aus Sicht der CDU allerdings nur dann, wenn sie zeitnah vorgenommen werden und in enger Abstimmung zwischen Schulverwaltung und Jugendamt durchgesetzt werden.

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