Start BTW13 „Arbeit für alle — anständig und sicher“

„Arbeit für alle — anständig und sicher“

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P1060711„Niemand muss die Kandidaten der CDU wählen — aber klug wäre es schon!“ — Mit diesem Appell beendete Dr. Ralf Brauksiepe, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales sein Impulsreferat anlässlich der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung des CDU-Kreisverbandes zum Thema „Arbeit für alle – anständig und sicher“. Zuvor hatte Brauksiepe die positive Bilanz der CDU-geführten Bundesregierung vorgestellt: Rekordbeschäftigung von fast 42 Mio. Erwerbstätigen, davon 29 Mio. sozialversicherungspflichtig beschäftigt;  die Jugendarbeitslosigkeit sie die niedrigste in ganz Europa. Auch die Chancen älterer Arbeitnehmer wie die Chancen Langzeitarbeitsloser hätten sich verbessert.

Jutta Reiter, Vorsitzende der DGB Region Dortmund-Hellweg, mahnte, dass atypische und prekäre Beschäftigungsverhältnisse auf dem Vormarsch seien. Dr. Ralf Brauksiepe pflichtete bei, dass die Debatte über die Qualität der Arbeit sicherlich geführt werden müsse, er warnte aber vor Pauschalierungen. Nicht jede Teilzeitarbeit sei prekär, nicht jeder Minijob sei prekär. Angesichts der Abnahme der Tarifbindung forderte Reiter eine Erleichterung der Allgemeinverbindlichkeitserklärungen von Tarifverträgen durch Wegfall des 50%-Quorums. Weitere Forderungen des DGB sind die Ausweitung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes auf alle Branchen und die Eindämmung der Leiharbeit.

Wilhelm Oberste-Beulmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der START Zeitarbeit NRW GmbH und Mitglied des Vorstandes des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister stellte die Einstiegschancen, die sich in der Zeitarbeitsbranche gerade für Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte böten heraus. 65 % der neu eingestellten Zeitarbeitnehmer seien zuvor ohne Arbeit gewesen. Die Vergütungen seien gerecht und beschäftigungsorientiert. Seit 2004 gälte für alle Zeitarbeitnehmer der Gleichstellungsgrundsatz (Equal Treatment): Zeitarbeitnehmer haben demnach Anspruch auf dieselben Arbeitsbedingungen wie vergleichbare Kollegen im Einsatzbetrieb – es sei denn, ein Tarifvertrag regelt Abweichendes. Außerdem gäge seit dem 1. Januar 2012 eine Lohnuntergrenze in der Zeitarbeit.  Dass Zeitarbeit auf Kosten von Stammbelegschaften gehe, sieht Oberste-Beulmann nicht. Nur 2,1% aller Erwerbstätigen in Deutschland seien Zeitarbeitnehmer. Ein bedeutender Teil der Zeitarbeiter werde von Kundenunternehmen dauerhaft übernommen.

Die Grundlagen für „Gute Arbeit für alle“ werden für Kreishandwerksmeister Peter Burmann mit einer guten Ausbildung für alle gelegt. Das duale Ausbildungssytem Deutschlands sei vorbildlich. Gute Ausbildung setze aber gute Ausbilder voraus, weshalb es unerlässlich sei, am Meisterbrief festzuhalten.