Krise im Euroraum – Ist die Geldwertstabilität noch gesichert?

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P1060559Die europäische Finanz- und Staatsschuldenkrise, extrem niedrige Notenbankzinsen und krisenbedingte geldpolitische Sondermaßnahmen der Europäischen Zentralbank nähren die Angst vor einer steigenden Inflationsgefahr und die Sorge um die künftige Stabilität des Euros.

Diese Sorge nahm Dr. Joachim Nagel, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bundesbank den zahlreichen Gästen der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung der CDU Dortmund zum Thema „Krise im Euroraum – Ist die Geldwertstabilität noch gesichert?“.

Einführend stellte Dr. Nagel die geldpolitischen Maßnahmen des „Eurosystems“ seit dem Jahr 2007 dar und veranschaulichte inwieweit geldpolitische Impulse in der Realwirtschaft auch tatsächlich ankommen. Seit Einführung des Euros bewegten sich die Inflationsraten auf relativ niedrigem Niveau und die Inflationserwartungen blieben auch niedrig.

Am Beispiel der Lohnstückkosten in verschiedenen EU-Ländern zeigte Dr. Nagel auf, wie wichtig eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Krisenländer ist. Darüber hinaus käme es ganz wesentlich auf die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen an, wobei die private Verschuldung nicht vernachlässigt werden dürfe, könnte sie über das Bankensystem schnell zu öffentlicher Verschuldung werden. Der Referent skizzierte die Bausteine einer „echten“ Währungsunion und formulierte Anforderungen an deren Ausgestaltung. Eine gemeinsame Bankenaufsicht könnte das Bankensystem widerstandsfähiger mache und damit die Staatsfinanzen und die Geldpolitik entlasten. Die Deutsche Bundesbank, so Nagel, sei fest entschlossen, die Währungsunion zu verteidigen; das langfristige Ziel der Deutschen Bundesbank sei ein stabiler Euro.

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