Ortsunion Innenstadt-Süd: Unser Viertel – Gestern und heute, zwischen Rheinlanddamm und Saarlandstraße, von der Märkischen bis zur Ruhrallee

0
969

von Karl-Heinz Morsch

Referent: Herrn Dr. Stefan Mühlhofer
Direktor des Stadtarchivs Dortmund

Nach der Begrüßung der Teilnehmer und des Referenten übergab Herr Morsch das Wort an
Herrn Dr.Mühlhofer.

Herr Mühlhofer begann den Vortrag mit einer Geschichtsreise in das frühe 19. Jahrhundert.
Unsere Stadt war zu dem Zeitpunkt noch sehr klein. Eine Jahrhunderte alte Stadtgeschichte konnten wir für unser Viertel nicht ausmachen, sie existierte einfach noch nicht.
Zwischen der Stadtgrenze (Wallring), und der südlich gelegenen Ansiedlung Hörde, war nur Grünland, und das noch für lange Zeit. Es haben sich in Dortmund mehr Ziegen und Schafe aufgehalten als Einwohner. Zu dieser Zeit sollen ca. 5.000 Einwohner die Stadt bevölkert haben.

Erst mit Beginn der Industrialisierung ist eine Expansion eingetreten.Die ersten größeren Ansiedlungen außerhalb der Stadtgrenzen fanden im nördlichen Teil statt. Dort wurden die Arbeiter angesiedelt, oft Zugezogene der umliegenden Landschaften, später aus vorwiegend osteuropäischen Landen. Die freien Flächen der südlich gelegenen Bereiche wurden durch bürgerliche, durchaus prachtvolle Gebäude genutzt, die zunächst in geringer Anzahl vorhanden waren. Im Laufe der Jahre ist durch den Bergbau, Stahlgewinnung und nicht zu vergessen die Brauereien, immer mehr Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen.

Anfangs des 20. Jahrhunderts wurde durch Stadtbaurat Hans Strobel Ordnung in den drohenden Wildwuchs der Bebauung gebracht die bis heute nachwirkt. Die wachsende Bevölkerung hatte naturgemäß auch Bedarf an Zerstreuung und Freizeit.
Die inzwischen stark gewachsene Brauereikultur hatte mit dem Betrieb eines großen Biergartens auf dem uns bekannten Kronengelände, jetziger Standort der Seniorenwohnanlage, dem Zeitgeist Rechnung getragen. Dieser Biergarten wurde in der Hauptsache vom Bürgertum der näheren Umgebung genutzt. Die Bewohner in den nördlichen Teilen der Stadt nutzten den Fredenbaumpark für ihre Bedürfnisse.
In unserem Stadtteil gelegene Brauereinen sind die uns allen bekannte Kronenbauerei und die Brauerei Stade.
Im täglichen Leben können wir die Standorte noch heute sehen, wenngleich beide in keiner Weise mehr mit Bier in Verbindung stehen.
Herr Dr. Mühlhofer lud uns zu einem Besuch in das Stadtarchiv ein. Dieser Einladung könnten wir im kommenden Jahr nachkommen.

Herr Morsch bedankte sich bei Herrn Dr.Mühlhofer für das Referat und bei den Zuhörern.

Vorheriger ArtikelClaudia Middendorf wird neue Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten
Nächster ArtikelBund erteilt Freigabe für den Ausbau der A40