Hoffmann: Tierschutz ist mir eine Herzensangelegenheit!

0
521

von Thorsten Hoffmann

Seit 10 Jahren ist der Tierschutz nun endlich im Grundgesetz (Art. 20 a GG) als Staatsziel fest verankert und genießt Verfassungsrang. Das hört sich gut an und ist eine wichtige Voraussetzung, die wir als Grundlage für die weitere Verbesserung des Tierschutzes benötigen. Wir müssen uns selbst kritisch die Frage stellen – Was ist bis dato an positiven Veränderungen erreicht worden? Sicherlich können wir hier die europaweite Verbesserung der Versuchstierrichtlinien erwähnen. Auch können wir anführen, dass die von der CDU geführte Bundesregierung die spezielle Entwicklung von Ersatzversuchen von Tierversuchen fördert etc. Aber reicht das aus? IMG_0003

Tierversuche sind nach wie vor wichtig und nötig bei der Erlangung von Erkenntnissen bei der Grundlagenforschung und der Bekämpfung schwerer Krankheiten. Diese Versuche sind aber auf das absolut notwendige Maß zu beschränken. Für die Entwicklung von Kosmetika sind Tierversuche absolut nicht vertretbar.

Für die Förderung von Alternativmethoden/ Ersatzforschungsmethoden ist nach dem jetzigen Stand eine weitere Steigerung von Fördergeldern von bis zu 6,3 Mill. € eingeplant.

Das Bundesministerium für Ernährung. Landwirtschaft und Forschung lobt regelmäßig einen Tierforschungspreis über 15.000 € aus, um die Entwicklung von Alternativmethoden zu Tierversuchen zu fördern. Sie unterstützt zudem die Stiftung set, die sich ebenfalls mit der gleichen Thematik beschäftigt. Hier sind wir auf dem richtigen Weg, den es gilt konsequent weiter zu beschreiten. Aber es gibt noch viel zu tun. So z.B. im Bereich des tierquälerischen Heißbrandes bei Equiden oder aber der tierquälerischen Kastrationen bei Ferkeln ohne Narkose. Es ist zwar zu befürworten, dass solche Richtlinien mittlerweile auf EU Ebene umgesetzt worden sind, allerdings ist eine Umsetzung in Deutschland erst für Anfang 2019 zu erwarten. Das dauert viel zu lange und in dieser Zeit werden viel Pferde und Ferkel weiter nicht nachvollziehbaren Schmerzen ausgesetzt sein. Man halte sich hier nur einmal das Kampagnenbild „Fühl dich wie ein Pferd“ oder „Fühl dich wie ein Schwein“ vor Augen. Da wird Menschen das gleichen angetan wie den Tieren. Das tut mir weh und das tut auch den Tieren weh. Es gibt noch eine Menge mehr an Beispielen, wie der Bereich des Kürzens von Schnäbeln bei Enten und auch das Halten von Wildtieren im Zoo gehört immer wieder auf die Agenda. Viele andere Beispiele könnten hier noch Erwähnung finden.

IMG_0006

Als einen weiteren wichtigen Schritt in die richtige Richtung ist die seit kurzem auf den Weg gebrachte Verbandsklagemöglichkeit für Tierschützer in NRW.

Bei der am 19. Juni im Park Inn Hotel in der Dortmunder Innenstadt  geführten Podiumsdiskussion, bei der u.a. auch wichtige Vertreter der Tierschutzgemeinde, wie Dr. Brandstätter (Zoodirektor Dortmund), Peer Fiesel (Präsident des Landestierschutzverbandes NRW) und Thomas Schröder (Präsident des Deutschen Tierschutzverbandes) als Teilnehmer und Diskussionspartner anwesend waren, wurde viele noch bestehende Lücken aus Sicht des Tierschutzes deutlich. Aus dieser Diskussion nehme ich viele Anregungen in meine Politik mit.

IMG_0025

Es gibt also noch sehr viel zu tun, aber wir Tierschützer und Tierliebhaber bleiben dran. Als dreifacher Hundebesitzer liegt mir der Tierschutz besonders am Herzen. Ich liebe Tiere und jeder Mensch muss sich mit dem Thema Tierschutz auseinandersetzen. Tiere bringen dem Menschen sehr viel Nähe und Liebe. Aus dem Leben meiner Familie sind sie nicht mehr wegzudenken.

Letztlich möchte ich noch all die vielen Tierschutzorganisationen erwähnen, die für die Rechte der Tiere eintreten. Ohne diese Organisationen wären wir längst nicht so weit. Auf Dortmunder Ebene möchte ich allen Tierschutzfreunden für ihre aufopfernde Arbeit im Bereich des Tierschutzes danken. Ich möchte den TierSchutzVerein Groß-Dortmund e.V., namentlich Erika Scheffer (1. Vorsitzende), stellvertretend für alle anderen Vereine und Mitstreiter/Innen, die sich im Bereich des Tierschutzes einbringen, bedanken. Ich werde an Ihrer Seite stehen.

Vorheriger ArtikelRealschulen qualifizieren besser als die Gesamtschulen
Nächster ArtikelKreisparteiausschuss: „Armutswanderung nach Dortmund – Was nun?“