AK Soziales und Familie besichtigt JVA Gelsenkirchen

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Am Mittwoch, den 17.04.13 besichtigte der Arbeitskreis Familie und Soziales die JVA Gelsenkirchen, um sich ein Bild von den Haftbedingungen der inhaftierten Frauen zu machen.

Die Mitglieder des AK Soziales und Familie wurden, nachdem sie Personalausweise und Mobiltelefone an der Pforte abgegeben hatten, freundlich vom Anstaltsleiter, Herrn Carsten Heim, begrüßt.

Dieser präsentierte zunächst einige Daten und Fakten: Das Frauengefängnis verfügt über 118 Plätze im geschlossenen und 62 Plätze im offenen Vollzug für straffällig gewordene Frauen. Herr Heim erläuterte, dass die Gefangenen einen bunten Mix an Straftaten begangen hätten, vom Betrug bis zum Mord. Die jüngsten Insassinnen seien gerade aus der Jugendhaft überführt worden, die älteste Gefangene sei über 70 Jahre alt. 70% der Gefangenen hätten mit einer Suchtproblematik zu kämpfen. 4 Frauen seien schwanger.

Nach dieser sehr interesannten Einführung hatten die Besucher die Möglichkeit, eine leere Zelle zu besichtigen. Danach durfte das Besuchszimmer für Langzeitbesucher, inklusive Ehebett, in Augenschein genommen werden.

Besonders schön fanden – gerade die weiblichen Teilnehmer – die Holzarbeiten der Gefangenen, die in der Ausbildungswerkstatt bewundert werden konnten. In der JVA Gelsenkirchen können Frauen eine Ausbildung im Bereich Holzverarbeitung, Floristik oder Bürokauffrau beginnen.

Auf dem Weg in eine Wohngruppe für Langzeitinhaftierte fiel vor allem das Leuchten von Taschenlampen aus dem gegenüberliegenden Männertrakt auf. Da Frauen- und Männertrakt gegenüber liegen, kommunizieren die Häftlinge mit Hilfe von eingeschalteten Taschenlampen.

In der Wohngruppe ergab sich die Gelegenheit mit Inhaftierten zu sprechen. Diese empfanden die Unterbrinung in einer geschlossenen Wohngruppe als enormen Vorteil gegenüber der normalen Zellenhaft. In einer geschlossenen Wohngruppe leben 6 bis 8 Gefangene  in einem Trakt, in dem die Zellentüren tagsüber geöffnet sind. Kochen, waschen und sich unterhalten sind so möglich.

Der Abschluss bildete der Besuch der gefängniseigenen Kapelle. Diese wird gut besucht. Zum einen finden viele Frauen während der Haftzeit Halt im Glauben, zum anderen bietet der Gottesdienst eine Möglichkeit, die Zelle zu verlassen.

Auf der Rückfahrt nach Dortmund wurde noch viel diskutiert. Das Bild, das TV Serien von Gefängnissen zeichnen, konnte auf jeden Fall revidiert werden.

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